Die Bewegung ist keine Spekulation mehr. Laut einer Bitkom-Befragung von 2025 nutzt die Hälfte der Menschen in Deutschland (50 Prozent) zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Internetsuche. 7 Prozent suchen überwiegend so, 5 Prozent fast nur noch. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil, die KI-Chats für die Suche einsetzen, schon bei 66 Prozent. Für einen lokalen Betrieb heißt das: Ein wachsender Teil deiner künftigen Kundschaft stellt die erste Frage gar nicht mehr bei Google, sondern bei ChatGPT, Copilot oder Gemini.
Diese Zahl wird oft missverstanden. Sie bedeutet nicht, dass Google verschwindet, und sie bedeutet auch nicht, dass du morgen in jeder KI-Antwort stehst. Sie bedeutet, dass die Tür, durch die ein Interessent zu dir findet, breiter geworden ist. Wer eine Praxis, eine Werkstatt oder ein Studio führt, sollte die eigene Website deshalb einmal mit der Frage lesen, die ein Kunde wirklich stellt, etwa 'guter Webdesigner in Köpenick, der auch SEO macht', und prüfen, ob die Seite darauf eine saubere, zuordenbare Antwort liefert. Wenn die Information nur zwischen den Zeilen steht, fällt sie in einer KI-Antwort meist weg.
Wichtig bleibt die nüchterne Lesart der Zahlen. Dieselbe Befragung zeigt, dass 42 Prozent der KI-Nutzer schon falsche oder frei erfundene Auskünfte bekommen haben und nur 57 Prozent die Antwort vor der Nutzung überprüfen. KI-Sichtbarkeit ist also kein Selbstläufer, sondern ein Grund mehr, die eigenen Angaben so eindeutig und belegbar zu halten, dass ein System wenig Spielraum für Verwechslungen hat.